Ich schaffe es nicht abzunehmen: Woran es wirklich liegt

Du isst bewusst, du kennst die Regeln, und trotzdem klappt es nicht. Wenn du dir die Frage stellst, warum du es einfach nicht schaffst abzunehmen, liegt die Antwort selten an fehlendem Wissen oder mangelnder Disziplin. Dieser Artikel zeigt, was wirklich dahintersteckt, körperlich und innerlich, und was dir jetzt weiterhilft.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer es nicht schafft abzunehmen, scheitert meist nicht am Wissen, sondern an der Umsetzung.
  • Schilddrüsenunterfunktion, Insulinresistenz, die Hormonlage in den Wechseljahren und bestimmte Medikamente können das Abnehmen blockieren und gehören ärztlich abgeklärt.
  • Nach vielen Diäten verteidigt der Körper sein Gewicht mit niedrigerem Energieverbrauch und stärkeren Hungersignalen, teils über Jahre.
  • Dauerhafter Stress hält den Cortisolspiegel oben, und erhöhtes Cortisol steigert den Appetit und begünstigt Bauchfett.
  • Weil der Kampf gegen sich selbst genau so eine Dauerbelastung ist, wird das Abnehmen körperlich schwerer, je härter jemand gegen sich arbeitet.
  • Der Moment, in dem es endlich Klick macht, kommt nicht durch mehr Motivation, sondern wenn der innere Widerstand nicht mehr da ist.

Ich schaffe es nicht abzunehmen: was hinter diesem Satz steckt

Editorial-Grafik zum Zusammenhang von Alltagsstress und Abnehmen. Eine Frau sitzt nachdenklich am Schreibtisch; dauerhafte Alltagsanspannung führt zum zentral dargestellten „Cortisol bleibt erhöht“. Davon gehen vier mögliche Folgen aus: mehr Appetit, schlechterer Schlaf, schwierigere Selbststeuerung und begünstigte Bauchfetteinlagerung. Die Wege münden in „Abnehmen wird zäher“.

Wer es nicht schafft abzunehmen, scheitert selten am Wissen. Häufigste Ursachen sind eine unerkannte körperliche Blockade wie eine Schilddrüsenunterfunktion, dauerhaft erhöhtes Cortisol durch Stress, und ein innerer Anteil, der die Veränderung aus einem eigenen Grund verhindert. Solange dieser Anteil nicht gesehen wird, hält kein Plan länger als die Kraft dahinter.

Diesen Satz, ich schaffe es einfach nicht abzunehmen, hast du wahrscheinlich oft gedacht und selten laut gesagt. Er klingt nach Aufgeben. Dahinter steht aber fast immer das Gegenteil: eine lange Reihe von Versuchen und Kämpfen gegen dein Gewicht.

Warum schaffe ich es nicht abzunehmen, obwohl ich alles weiß? Das ist der eigentliche Kern. Du könntest den Plan für die nächsten sechs Monate wahrscheinlich aus dem Kopf aufschreiben. Es fehlt nicht das Wissen, es fehlt etwas dazwischen.

Dieser Artikel geht drei Ebenen durch. Erstens: ob dein Körper blockiert. Das gehört beim Arzt oder anderen Experten abgeklärt, und es steht bewusst am Anfang. Zweitens: was Stress körperlich mit dem Abnehmen macht, ein Zusammenhang, der fast überall zu kurz kommt. Und drittens: der innere Anteil, der gegen die Veränderung arbeitet. Auf dieser Ebene entscheidet sich, warum du immer wieder motiviert startest und kurze Zeit später wieder einbrichst.

Zuerst das Körperliche: was abgeklärt gehört

Bevor es um Gefühle geht, gehört die körperliche Seite geprüft. Es gibt Frauen, bei denen tatsächlich etwas blockiert und die jahrelang an sich selbst gezweifelt haben, obwohl ein Blutbild die Antwort gegeben hätte.

Was der Arzt prüfen kann

  • Schilddrüsenunterfunktion: Arbeitet die Schilddrüse zu langsam, verbraucht der Körper weniger Energie. Müdigkeit, Frieren und eine leichte bis mäßige Gewichtszunahme sind mögliche Anzeichen. Festgestellt wird das über die Blutwerte, vor allem den TSH-Wert (mehr dazu bei gesundheitsinformation.de).
  • Insulinresistenz: Reagieren die Zellen schlechter auf Insulin, bleibt mehr davon im Blut, und das erschwert den Zugriff auf die Fettreserven. Häufig zusammen mit Heißhunger auf Süßes und starken Blutzuckerschwankungen.
  • PCOS: Das polyzystische Ovarialsyndrom bringt oft eine Insulinresistenz mit und kann das Abnehmen deutlich erschweren.
  • Wechseljahre: Ab Mitte vierzig sinkt die Östrogenproduktion, und viele Frauen nehmen in dieser Zeit etwas zu, ohne im Alltag etwas verändert zu haben (Überblick bei gesundheitsinformation.de).
  • Medikamente: Bestimmte Antidepressiva, Kortison und einige Betablocker können das Gewicht beeinflussen. Wichtig: Nimm keine eigenmächtigen Änderungen vor, besprich das Thema mit deinem Arzt.

Wenn du diese Punkte nie geprüft hast, ist das dein erster Schritt.

Was der Körper nach vielen Diäten macht

Der zweite körperliche Grund betrifft fast jede Frau, die schon oft abgenommen hat. Nach einer Gewichtsabnahme stellt sich der Körper um: Der Energieverbrauch sinkt stärker, als es das neue Gewicht erklären würde, und die Hormone für Hunger und Sättigung verschieben sich. Ghrelin, das Hunger macht, bleibt erhöht. Leptin, das ihn dämpft, bleibt niedriger.

In einer Untersuchung im New England Journal of Medicine waren diese hormonellen Veränderungen noch ein Jahr nach der Abnahme messbar. Eine Nachuntersuchung von Teilnehmenden einer Abnehm-Show fand einen dauerhaft abgesenkten Grundumsatz sogar noch sechs Jahre später.

Dein Körper verteidigt sein Gewicht. Nicht um dich zu ärgern, sondern weil er Gewichtsverlust als Gefahr liest. Wenn du nach der dritten Diät das Gefühl hattest, dass es jedes Mal schwerer geht, hattest du recht. Das ist Biologie, kein Charakterfehler.

Wenn ärztlich alles in Ordnung ist

Und wenn alle Werte unauffällig sind? Dann heißt das nicht, dass du dir das einbildest, sondern dass die Ursache woanders liegt. Genau hier enden die meisten Ratgeber und schicken dich zurück zum nächsten Plan. Dabei liegt die häufigste Ursache so nah, dass sie fast nie geprüft wird, und sie ist genauso körperlich wie die Schilddrüse.

Warum Stress dich am Abnehmen hindert

Was Cortisol im Körper macht

Cortisol ist das Hormon, das den Körper auf Belastung einstellt. Kurzfristig ist das sinnvoll: Es stellt Energie bereit, hält den Blutzucker oben und macht handlungsfähig.

Bleibt der Spiegel dauerhaft erhöht, kippt der Nutzen. Dann steigt der Appetit, besonders auf schnell verfügbare Kohlenhydrate, und die Einlagerung von Bauchfett wird begünstigt.

Die Forschung beschreibt das als Zusammenhang, nicht als einzelne Ursache. Eine Übersichtsarbeit im Annual Review of Psychology fasst mehrere Wege zusammen: veränderte Appetithormone, Essen als Belohnung, schlechterer Schlaf und eine geringere Fähigkeit, sich selbst zu steuern.

Editorial-Grafik zum Zusammenhang von Alltagsstress und Abnehmen. Eine Frau sitzt nachdenklich am Schreibtisch; dauerhafte Alltagsanspannung führt zum zentral dargestellten „Cortisol bleibt erhöht“. Davon gehen vier mögliche Folgen aus: mehr Appetit, schlechterer Schlaf, schwierigere Selbststeuerung und begünstigte Bauchfetteinlagerung. Die Wege münden in „Abnehmen wird zäher“.

Warum das bei dir zutrifft, auch ohne Ausnahmesituation

Stress heißt hier nicht Krise. Gemeint ist die Dauergrundspannung, die kaum jemand als Stress bezeichnet, weil sie so normal geworden ist: alles im Kopf behalten, für alle verfügbar sein, nie wirklich fertig sein. Abends aufs Sofa fallen und merken, dass der Körper immer noch nicht runterkommt.

Wenn du darin deinen Alltag wiedererkennst: Genau das hält den Cortisolspiegel oben.

Der Punkt, den fast niemand ausspricht

Der Kampf gegen dich selbst ist selbst eine Stressquelle. Kontrollieren, verbieten, jeden Bissen bewerten, sich nach jedem Ausrutscher fertigmachen: Das ist Dauerbelastung. Für deinen Körper macht es keinen Unterschied, ob der Druck von außen kommt oder von dir.

Daraus folgt ein Satz, der vieles erklärt: Je härter du gegen dich arbeitest, desto schwerer wird das Abnehmen auch körperlich.

Der Kreis schließt sich: Dauerbelastung erhöht das Cortisol, erhöhtes Cortisol steigert Appetit und begünstigt Bauchfett, der ausbleibende Erfolg führt zu noch mehr Härte gegen dich selbst, und die hält die Belastung oben.

Und deshalb bringt der nächste Plan nichts

Ein strengerer Plan ist hier keine Lösung, sondern mehr vom Auslöser. Er erhöht die Belastung, statt sie zu senken. Deshalb fühlt sich jeder neue Anlauf anfangs gut an und kippt nach ein paar Wochen. Nicht weil du zu wenig gewollt hättest, sondern weil du gegen einen Widerstand antrittst, den der Plan nicht adressiert.

Der Punkt, an dem es jedes Mal kippt

Sonntagabend gegen Mittwochabend

Am Sonntag machst du den Plan. Du meinst ihn ernst, du hast eingekauft, du weißt genau, wie die Woche laufen soll.

Am Mittwoch um halb zehn stehst du vor dem Kühlschrank. Der Tag ist abgearbeitet, und du weißt genau, was du gerade tust. Du tust es trotzdem. Nicht aus Unwissenheit, nicht aus Gier. Es ist eher, als hätte in diesem Moment jemand anderes entschieden.

Am nächsten Morgen kommt der Satz, den du kennst: Ich schaffe es einfach nicht.

Wer da eigentlich entscheidet

Illustration des Schimmer-Taucher-Modells, das verdeutlicht, wie ein innerer Anteil dich von deinem Ziel abhält. Eine Schwimmerin schwimmt nach rechts, während ein Taucher, der an ihr befestigt ist, unter Wasser nach links zieht.

Es fühlt sich an, als hätte ein anderer Teil von dir entschieden. Und genau so ist es auch.

Stell dir vor, du schwimmst an der Oberfläche auf ein Ufer zu, dein Ziel, mit allem was du hast. Unter der Oberfläche hängt ein Seil an dir, und daran zieht ein Taucher in die andere Richtung. Der Taucher ist auch du: der Teil, der aus einem eigenen Grund nicht will, dass sich etwas ändert. Ich nenne das das Schwimmer-Taucher-Modell, weil es beschreibt, was beim Abnehmen im Unterbewusstsein passiert: Oben schwimmt der bewusste Wille, unten zieht ein unbewusster Anteil dagegen.

Von außen, und leider auch von innen, sieht das aus wie mangelnde Anstrengung. Tatsächlich schwimmst du gegen einen Widerstand, den niemand sieht, du selbst eingeschlossen. Deine Anstrengung geht in das Ziehen am Seil, nicht in die Strecke.

Und: Dem Taucher geht nie die Energie aus, solange er nicht adressiert wird, dir aber schon. Dann zieht er dich zurück und du fällst in deine alten Verhaltensweisen.

Warum dieser Teil einen guten Grund hat

Der Taucher will nichts kaputt machen, er schützt etwas. Was genau, ist bei jeder Frau anders, und es sind Möglichkeiten, keine Diagnosen:

  • Das Gewicht hat einmal Abstand geschaffen, als Abstand nötig war, und dieser Schutz wurde nie gekündigt.
  • Essen war über Jahre die einzige Selbstfürsorge, die zuverlässig verfügbar war, ohne Termin, ohne jemanden zu fragen.
  • Essen ist schnell verfügbare Belohnung, Ablenkung oder kurzfristige Entlastung.
  • Abnehmen hieße, gesehen zu werden. Das ist nicht für jede Frau eine gute Nachricht.

Was dein Taucher hält, ist von innen schwer zu sehen, von außen deutlich leichter. Genau dafür ist das kostenlose Klarheitsgespräch da.

Was in dem Moment wirklich passiert

Druck baut sich auf, über den Tag und oft über Jahre: Anspannung, Ärger, Erschöpfung, Dinge, die unausgesprochen bleiben. Am Abend braucht dieser Druck ein Ventil, und Essen ist das schnellste, das verfügbar ist.

Deshalb ist das Essen nicht das Problem, sondern die Lösung für ein anderes Problem. Wer das Ventil zuschraubt, ohne den Druck zu senken, hält es so lange aus, wie die Kraft reicht.

Wie sich das auflösen lässt, steht in den Artikeln emotionales Essen lösen und Frustessen und Stressessen lösen. Kippt es bei dir vor allem abends, findest du das Muster unter Heißhunger am Abend, und wenn du unsicher bist, ob dein Hunger überhaupt körperlich ist, hilft der Artikel über emotionalen Hunger.

Ich will abnehmen, aber es macht einfach nicht Klick

"Ich will abnehmen, aber es macht nicht Klick" gehört zu den Sätzen, die ich am häufigsten höre. Der Gedanke dahinter ist bei fast allen gleich: Irgendwann muss es doch Klick machen, bei anderen hat es ja auch. Also warte ich auf den Moment, in dem der Schalter umlegt.

Warum der Klick nicht durch Motivation kommt

Auf den Klick zu warten heißt, auf einen Zustand zu warten, in dem das Wollen stärker ist als der Widerstand. Solange der Widerstand bleibt, muss das Wollen immer größer werden und dann auch größer bleiben. Das ist keine Lösung, das ist ein Wettrüsten gegen dich selbst.

Im Netz findest du dazu vor allem einen Ratschlag: die Psyche austricksen. Kleinere Teller, Belohnungssysteme, sich selbst überlisten. Der Gedanke ist verständlich, hat aber einen Haken. Wenn der Taucher unter der Oberfläche einen guten Grund hat, lässt er sich nicht austricksen, und ihm geht auch nicht die Energie aus. Aber er lässt sich verstehen. Verstehen allein löst ihn noch nicht auf, es ist der Punkt, ab dem du mit ihm arbeiten kannst statt gegen ihn. Von da an wird der Zug am Seil Stück für Stück schwächer.

Was bei denen passiert ist, bei denen es Klick gemacht hat

Der Klick ist kein Motivationsschub, sondern der Moment, in dem der Widerstand nicht mehr da ist. Frauen beschreiben das hinterher selten als großen Entschluss, eher als Erleichterung: Es war plötzlich kein Thema mehr.

Was danach anders ist, ist nicht die Anstrengung, sondern ihr Fehlen. Oder, wie ich es meinen Klientinnen sage: Wenn du innerlich aufgeräumt bist, brauchst du keine Pläne mehr.

Was du stattdessen tun kannst, statt zu warten

Der nächste Schritt ist nicht, mehr Motivation zu suchen, sondern die Frage zu drehen: nicht "wie kriege ich mich dazu", sondern "was zieht bei mir eigentlich dagegen". Diese Frage kann man beantworten. Auf einen Klick kann man nur warten.

Genau damit steigen wir auch im Klarheitsgespräch ein. Es ist kostenlos, und vorbereiten musst du nichts.

Warum mehr Disziplin es schlimmer macht

Wenn Abnehmen nicht klappt, ist die naheliegende Antwort: strenger werden. Mehr Struktur, mehr Sport, weniger Ausnahmen. Genau da liegt der Denkfehler. Disziplin arbeitet gegen den Widerstand an, statt ihn zu lösen. Sie hält, solange die Kraft reicht, und bricht dann zusammen. Das hat drei Folgen, und sie hängen zusammen:

 

  1. Jeder Zusammenbruch bestätigt den Satz "ich schaffe es nicht." Beim nächsten Anlauf ist die Hürde höher, weil du nicht nur gegen den Widerstand antrittst, sondern auch gegen deine eigene Erfahrung.
  2. Ein Ausrutscher wird zum Beweis des Scheiterns, danach folgt der Abbruch. Das ist kein Motivationsproblem, sondern eine Schutzreaktion: Wer abbricht, muss nicht mehr scheitern.
  3. Der Kampf selbst hält die Belastung oben. Damit sind wir wieder beim Cortisol: Härte gegen dich selbst macht das Abnehmen auch körperlich schwerer.
Editorial-Grafik eines sich verengenden Kreislaufs: Strengere Kontrolle führt zu steigendem innerem Druck, Kontrollverlust sowie Scham und Stress und schließlich zurück zu noch mehr Strenge. Unterhalb öffnet sich ein ruhigerer Weg: Das Essen als Versuch verstehen, etwas zu regulieren, das zugrunde liegende Gefühl erkennen und einen anderen Umgang damit finden.

Deshalb sage ich in meinen Videos: Disziplin ist Bullshit. Nicht weil Anstrengung nichts wert wäre, sondern weil sie hier die falsche Währung ist. Man kann sich nicht dauerhaft zu etwas zwingen, das ein Teil von einem verhindern will.

Am deutlichsten zeigt sich das bei Frauen, die zusätzlich das Training hochfahren und trotzdem nichts auf der Waage sehen. Woran das liegt, steht im Artikel darüber, warum du trotz Sport nicht abnimmst.

Wenn du seit Jahren Disziplin nachlegst und es trotzdem nie hält, ist das ein guter Zeitpunkt für ein kostenloses Klarheitsgespräch, statt für den nächsten Anlauf.

Was ab 45 dazu kommt

Ab Mitte vierzig treffen zwei Dinge zusammen, die selten zusammen gedacht werden.

Das eine ist der Körper: Die Hormonlage verändert sich, der Schlaf wird oft schlechter, die Muskelmasse nimmt ohne Gegensteuern ab. Was mit 30 noch mit zwei konsequenten Wochen zu regeln war, reagiert jetzt nicht mehr so.

Das andere ist die Lebenssituation. Die Kinder gehen aus dem Haus, die eigenen Eltern brauchen Unterstützung, im Job verdichtet sich alles. Die Rolle, in der du für alle funktionierst, läuft weiter, nur mit weniger Reserve.

Was früher mit Zusammenreißen funktioniert hat, funktioniert nicht mehr. Und weil beides gleichzeitig passiert, wird es fast immer als persönliches Versagen gedeutet, obwohl sich schlicht die Bedingungen geändert haben. Was in dieser Lebensphase trägt, steht im Artikel über gesund abnehmen ab 50 als Frau.

Wenn du gerade aufgeben willst: was jetzt hilft

Wenn du bis hierhin gelesen hast, willst du wahrscheinlich keinen neuen Plan. Deshalb kommt hier auch keiner. Nur zwei Dinge, die klein genug sind, dass man an ihnen nicht scheitern kann, und drei, die du gerade lassen darfst.

Im Körper ankommen, bevor du wieder etwas planst

Der erste Schritt geht nicht über den Kopf, sondern über den Körper. Grounding heißt: im Körper und im Hier und Jetzt ankommen, das Nervensystem herunterregulieren. Praktisch sind das ein paar Minuten am Tag, in denen du nichts löst und nichts planst, sondern nur wahrnimmst, was gerade da ist: Füße auf dem Boden, Atem, Gewicht auf dem Stuhl.

Das ist kein Trick gegen Heißhunger, sondern eine Praxis, die sich mit der Zeit aufbaut. Sie verändert nicht den Impuls, sondern deinen Abstand zu ihm. Der Zug zum Kühlschrank ist noch da, hat aber weniger Macht über dich.

Was du im Moment des Impulses tun kannst

Und wenn es gerade akut ist? Dann hilft es, nicht gegen den Impuls anzuspannen, sondern ihm ein paar Minuten Aufmerksamkeit zu geben, ohne sofort zu handeln. Dafür habe ich eine geführte Meditation aufgenommen:

Was du gerade nicht tun solltest

  • Keinen neuen Plan starten. Nicht nächsten Montag, nicht ab dem Ersten. Ein neuer Plan wäre nur die nächste Gelegenheit, den Satz "ich schaffe es nicht" zu bestätigen.
  • Nicht öfter auf die Waage steigen. Häufiges Wiegen erhöht den Druck und misst genau das, worum es hier nicht geht.
  • Die Regeln nicht verschärfen. Mehr Verbote heißen mehr innere Anspannung, und die ist Teil des Problems.

Wie du es schaffst dauerhaft abzunehmen

Gemalte Editorial-Grafik zum Thema „Ich kann nicht aufhören zu essen“: Eine angespannte Frau nimmt Frust, Anspannung und Überforderung hinter ihrem Essimpuls wahr. Emotionales Loslassen und Grounding zeigen zwei Wege zu mehr innerer Stabilität und Wahlfreiheit.

Was tatsächlich hält, arbeitet nicht gegen den Widerstand, sondern löst ihn auf. In meiner Arbeit passiert das in drei Schritten, die aufeinander aufbauen.

Erstens Grounding, als Fundament über die ganze Begleitung. Regelmäßig geübt statt nur im Notfall. An das, was unter der Oberfläche liegt, kommst du nur heran, wenn dein System einigermaßen ruhig ist.

Zweitens emotionales Loslassen. Hier geht es an die Wurzel: das Gefühl erkennen, das unter dem (Ess-)verhalten liegt, und es auflösen. Das Gefühl wird nicht weggemacht, nicht wegatmet und nicht umgedeutet, sondern zugelassen. Genau dann geht es nach und nach. Und wenn es weg ist, zieht auch der Taucher nicht mehr am Seil.

Drittens Verstehen und selbst anwenden können. Du sollst am Ende nicht von mir abhängen, sondern die Werkzeuge selbst benutzen können, auch bei Themen, die mit Essen nichts zu tun haben.

Wenn du innerlich aufgeräumt bist, brauchst du keine Pläne mehr. Nicht, weil du dann alles richtig machst, sondern weil nichts mehr dagegen zieht.

Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass du weißt, was zu tun wäre, es aber trotzdem nicht tust, ist genau das der Punkt, an dem ein Gespräch mehr bringt als der nächste Plan. Im Klarheitsgespräch schauen wir uns an, was bei dir konkret dagegen zieht. Kein Verkaufsgespräch, keine Beratung mit Programm am Ende.

Häufige Fragen

Kann Stress verhindern, dass ich abnehme?

Ja, und zwar körperlich messbar. Dauerhafte Belastung hält den Cortisolspiegel oben. Erhöhtes Cortisol steigert den Appetit, vor allem auf schnelle Kohlenhydrate, und begünstigt die Einlagerung von Bauchfett. Dazu kommt ein Punkt, der selten genannt wird: Der ständige Kampf gegen sich selbst, das Kontrollieren, Verbieten und Sich-Fertigmachen nach jedem Ausrutscher, ist selbst eine Dauerbelastung. Je härter du gegen dich arbeitest, desto schwerer wird das Abnehmen auch körperlich.

Was tun, wenn ich es nicht schaffe abzunehmen?

Zuerst körperliche Ursachen ärztlich abklären lassen, etwa Schilddrüse, Hormonlage und Medikamente. Wenn dort alles unauffällig ist, liegt das Problem meist nicht im Wissen und nicht im Willen, sondern in einem unbewussten Anteil, der gegen die Veränderung arbeitet. Der nächste Plan hilft dann nicht weiter, das Auflösen dieses Widerstands schon.

Warum schaffe ich es nicht abzunehmen, obwohl ich weiß, was zu tun ist?

Die meisten Frauen, die diese Frage stellen, wissen genau, was zu tun wäre. Sie scheitern nicht am Wissen, sondern daran, dass unter der Oberfläche etwas dagegen zieht. Solange dieser innere Widerstand nicht gesehen wird, kostet jede Umsetzung Kraft, und die geht irgendwann aus. Dazu kommt: Der Kampf selbst hält den Stresspegel oben und erschwert das Abnehmen zusätzlich körperlich.

Liegt es an meiner Psyche, dass ich nicht abnehme?

Meist nicht im Sinne einer Störung. Es geht um ganz normale Schutzmechanismen. Wenn Essen jahrelang die zuverlässigste Art war, Druck abzulassen oder für sich zu sorgen, wehrt sich ein Teil von dir dagegen, dass diese Möglichkeit wegfällt. Das ist keine Schwäche, sondern eine früher sinnvolle Reaktion, die sich lösen lässt.

Warum schaffe ich es nicht abzunehmen, obwohl ich wenig esse?

Dafür gibt es zwei mögliche Erklärungsrichtungen. Körperlich kann der Energieverbrauch nach vielen Diäten dauerhaft niedriger liegen als erwartet. Und sehr wenig zu essen erzeugt Druck, der sich später entlädt, meist abends. Beides macht das Wenig-Essen selbst zum Teil des Problems.

Wann macht es endlich Klick beim Abnehmen?

Der Klick kommt nicht durch mehr Motivation und nicht durch den richtigen Plan. Er entsteht, wenn der innere Widerstand gegen die Veränderung nicht mehr da ist. Ab da braucht es kein Durchhalten mehr, weil nichts mehr dagegen arbeitet.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn du seit längerem ohne erklärbaren Grund nicht abnimmst, lass die körperlichen Ursachen bitte ärztlich abklären.

Über den Autor

Coach für nachhaltiges Abnehmen Michael Schmid

Michael Schmid

Michael Schmid ist Coach für Emotional Weight Coaching und begleitet Frauen ab 45 online dabei, die emotionalen Ursachen ihres Essverhaltens & Gewichts zu lösen. Ausgebildet am IST-Studieninstitut als Personal Trainer mit A-Lizenz und in Sporternährung, dazu zehn Jahre Erfahrung in der Persönlichkeitsentwicklung.